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Was macht ein Steuerberater?

Berufsbild des Steuerberaters

Das Spektrum der Tätigkeiten, die ein Steuerberater ausüben kann, ist sehr breit gefächert. Im Vordergrund stehen dabei zum einen die steuerliche Beratung, zum anderen - und dies in zunehmendem Maße - die betriebswirtschaftliche Beratung. Die Leistungspalette des Steuerberaters ist dabei sehr vielseitig.

Der Steuerberater steht den Steuerbürgern mit seinen Fachkenntnissen in erster Linie bei der Abgabe der Steuererklärungen zur Seite. Er achtet bei Beratungsgesprächen darauf, dass sämtliche Steuerersparnismöglichkeiten ausgeschöpft und nur die Steuern gezahlt werden, die der Steuerbürger nach dem Gesetz tatsächlich schuldet.

Für Personen, die verpflichtet sind, Bücher zu führen, führt er diese Bücher und Aufzeichnungen und stellt den Jahresabschluss auf. Auch die in diesem Zusammenhang anfallenden Arbeiten, z. B. den Erläuterungsbericht zum Jahresabschluss erstellen, den Anhang oder die Formulierungshilfen für den Lagebericht bei Kapitalgesellschaften abfassen, werden vom Steuerberater übernommen. In vielen Fällen reicht der Steuerberater auch den Jahresabschluss ein, insbesondere seitdem Kapitalgesellschaften verpflichtet sind, diesen in elektronischer Form beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers einzureichen (§ 325 Abs. 1 Satz 1 HGB).

Nachdem die Steuerbescheide geprüft wurden, kann es für den Steuerberater notwendig sein, den Steuerbürger gegenüber Finanzämtern und Finanzgerichten bis hin zum Bundesfinanzhof zu vertreten. Ebenso wichtig ist es, die Mandanten
bei Außenprüfungen, Steuerstrafsachen oder Bußgeldverfahren zu unterstützen.

Der Steuerberater hilft, Steuern vorausschauend und individuell zu gestalten. Erst hierdurch ist es möglich, die wirtschaftlichen Entfaltungskräfte eines Betriebes in unternehmerische Dynamik zu verwandeln. Eine solche Planung betrifft nicht nur die Wahl der richtigen Unternehmensform, Personal- und Investitionsentscheidungen oder Fragen der Unternehmensnachfolge und -sicherung, sondern auch die private Lebensführung wie Vermögensanlagestrategien oder letztwillige Verfügungen.

Zur steuerlichen Hilfeleistung kommt die Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen. Das bei der steuerlichen Beratung gewonnene, laufend aktualisierte Zahlenmaterial, der durch langjährige Mandatsbeziehung entwickelte Blick für das  betriebliche Geschehen und die notwendigen Fachkenntnisse sind die Pluspunkte, die den Steuerberater zu einer besonders qualifizierten Unternehmensberatung befähigen. Auf diese Unterstützung durch den Steuerberater wird z. B. bei Investitions- und Finanzierungsentscheidungen zurückgegriffen, ebenso im Controlling und in der Unternehmenssteuerung. Dabei werden die Kostenentwicklung und die Ertragslage berücksichtigt.

Als Treuhänder wird der Steuerberater tätig, wenn er zum Vermögensverwalter,Testamentsvollstrecker, Nachlasspfleger, Pfleger, Vormund, Insolvenzverwalter,Liquidator oder Nachlassverwalter bestellt ist.

Wenn es um die Beurteilung komplizierter wirtschaftlicher Zusammenhänge geht, ziehen Gerichte Steuerberater als unabhängige und neutrale Gutachter hinzu. Sowohl die Finanz- und Sozialgerichte wie auch die Zivil-, Straf- und Verwaltungsgerichte schalten Steuerberater ein. Daneben beraten Steuerberater in I nsolvenzverfahren.

Im Rahmen freiwilliger Prüfungen, also insbesondere bei Abschlussprüfungen der Unternehmen, bei denen keine gesetzliche Prüfungspflicht besteht, prüft der Steuerberater die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung, die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie ggf. den Anhang und den Lagebericht. Daneben können Steuerberater die nach der Makler- und Bauträgerverordnung bei Maklern und Finanzanlagenvermittlern notwendigen Prüfungen ebenso wie aktien rechtliche Gründungsprüfungen vornehmen.

Zudem bescheinigen Steuerberater die Beachtung steuerrechtlicher Vorschriften in Vermögensübersichten und Erfolgsrechnungen.

Hochschulen und wissenschaftliche Institute greifen im Interesse ihrer Studierenden auf die praktischen Beratungserfahrungen von Steuerberatern zurück, indem sie ihnen Lehraufträge erteilen.

Weitere Betätigungsfelder sind insbesondere die Steuer· und Rechnungswesenabteilungen von gewerblichen Unternehmen (insbesondere Banken, Versicherungen, Handel und Industrie), sofern im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses Tätigkeiten im Sinne des § 33 StBerG wahrgenommen werden. Dieser als sog. Syndikus-Steuerberater tätige Berufsangehörige hat darauf zu achten, dass die Pflicht zur unabhängigen und eigenverantwortlichen Berufsausübung nicht beeinträchtigt wird. Auch darf er für einen Auftraggeber, dem er aufgrund eines ständigen Dienst- oder ähnlichen Beschäftigungsverhältnisses seine Arbeitszeit und -kraft zur Verfügung stellt, nicht in seiner Eigenschaft als Steuerberater oder Steuerbevollmächtigter tätig werden (§ 58 Satz 2 Nr. 5 a StBerG).

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